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Radsport | Eine kleine Sonntagsepisode

Berliner Wasser, alles klar?

Radfahren macht Spaß. Gemeinsam am Meisten. Doch wohin soll die Fahrt gehen?

Am Sonntag, den 13.02.2011, haben wir uns (Helmut und Heinz) um 10.00 Uhr verabredet, um mit dem MTB eine kleine Ausfahrt zu machen. Doch erst hieß es, an der Abstimmung bzgl. Berliner Wasser teilzunehmen. Am Treffpunkt nach einer kurzen Besprechung, wo es heute hingehen soll, entschieden wir, da es sich schon um Berliner Wasser dreht, den Teltowkanal bis Kohlhasenbrück immer am Ufer entlang zu fahren.

Gesagt getan! Anfangs fiel noch reichlich Schnee vom Himmel (nochmals Wasser), doch nach ca. 1 Stunde klarte es auf und zaghaft zeigte sich die Sonne am Firmament. Etwa auf der Höhe Teltow machte Helmut erstmals Bekanntschaft mit der Erde, Grund war ein gefrorener Maulwurfshügel, der nicht in sein fahrerisches Konzept passte. Bereits da hätte ich merken müssen, dass heute noch etwas mit Helmut passieren würde. Doch die Lappalie war nach ein paar Kilometern bereits vergessen. Der Weg schlängelte sich mal etwas weiter, dann wieder etwas dichter am Wasser entlang, bis wir an der Nathanbrücke/Königsweg ankamen. Der Weg an diesem Abschnitt war glatt, eben und ca. 3m breit, das letzte Hindernis waren ein paar Stufen, die es zu überwinden gab. Ich befand mich bereits oberhalb der Treppe, als ich sah, wie Helmut ohne große Eile mitsamt dem Fahrrad über die Spundwand in den Fluten des Teltowkanals versank. Mein Fahrrad hinschmeißen und zu Helmut  eilen, war in 1 Sekunde geschehen. Er hielt sich mit einer Hand an der Spundwand fest und mit der anderen hatte er sein Rad umklammert. ”Erst den Drahtesel und dann ich” rief er mir zu. Ich tat wie geheißen, barg erst seinen ”Esel” und zog dann den ”Reiter” aus dem Wasser, bis auf die Nässe hatte er keine weiteren Blessuren, gottlob. Wie sollte es nun weitergehen? Die Temperatur befand sich so um 0 Grad, was bei trockener Kleidung kein Problem darstellt, jedoch bei vollkommen nasser schon einige Fragen aufwirft. Also, rauf auf die Straße, über die Brücke und beim erstbesten Haus geklingelt, was sich als überaus großer Glücksfall herausstellte. Die Tür ging auf, eine junge Frau erschien mit fragendem Gesichtsausdruck. Unsere Notlage war schnell geschildert, die Dame des Hauses begriff sofort, was geschehen war, und bat Helmut ins warme Haus, um sich der nassen Klamotten zu entledigen. Nach einer Weile ging die Tür auf und Helmut erschien frisch gewandet, gefönt und strahlender Laune in der Tür. Die Familie H. hatte sich seiner hervorragend angenommen! Eine herbeigerufene Taxe kam auch schon angefahren, um ihn nach Hause zu bringen, die Sitzheizung wurde sofort angeschaltet, so dass der Anflug einer möglichen Erkältung erst gar nicht aufkommen konnte. Das Rad und die nasse Kleidung blieben vorerst bei der netten Familie im Vorgarten zurück. Als ich wusste, dass Freund Helmut gut versorgt war, setzte ich unseren geplanten Weg allerdings alleine fort. Doch vorher noch ein herzliches Dankeschön an Familie H. Natürlich fragt man sich, wie so etwas passieren kann, zumal die topografischen Gegebenheiten keinerlei Schwierigkeiten aufwiesen. Also sprach ich den Hauptakteur Helmut daraufhin an, die Antwort war ein herzliches Lachen seinerseits, über die Ursache schwieg er sich allerdings aus. Ich, für meinen Teil vermute, dass er 1. sein Fahrrad einer gründlichen Reinigung unterziehen wollte, 2. seine Regenkleidung auf Dichtheit prüfen wollte, oder gar 3. ein plötzliches kommunikatives Verlangen verspürte, um mit diesem Vorwand mit den Bewohnern des Bungalows Kontakt aufzunehmen.
Wie gesagt, sind das alles Vermutungen, vielleicht bricht er irgendwann sein Schweigen! Und die Moral von dieser Fahrt: Er fiel ins Wasser, das war hart, doch nicht nur hart, auch kalt und nass, im Winter macht’s halt wenig Spaß!