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TSV Tempelhof-Mariendorf e.V.
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Akrobatik | ehrenamtliche Vereinsarbeit

Auszüge aus der Nominierung „Vera Ciszak-Preis 2015“

Margrit Nohl: 46 Jahre ehrenamtliche Vereinsarbeit für den TSV TM!


Mit 10 Jahren half Margrit Nohl jeden Mittwoch im Askanischen Gymnasium (genannt ASKA) in der Kaiserin-Augusta-Straße als Vorturnerin mit einer Freundin in einer Kleinkinderturngruppe des TSV Tempelhof-Mariendorf e.V. mit. Es machte ihr so viel Spaß, dass sie sich entschloss am 1. Januar 1971 in die Turnabteilung dieses Vereins einzutreten. Da sie kräftig und überdurchschnittlich sportlich war, sehr viel Hilfestellungerfahrung mitbrachte und vor allen Dingen sehr gut mit Kindern umgehen konnte, wurde sie zeitnah nicht nur ein aktives Mitglied in diesem Verein, sondern auch offiziell als Vorturnerin und Riegenleiterin verpflichtet. Sie trainierte zu dieser Zeit Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren. 1979 nahm sie die Übungsleitertätigkeit im TSV Tempelhof-Mariendorf auf und wurde anschließend in der Turnabteilung zur Kleinkinderturnwartin gewählt. Im Laufe der Jahre war sie zweimal Abteilungsleiterin der Turnabteilung und auch für einige Zeit Beisitzerin im Vorstand. Heute ist sie Abteilungsleiterin der Akrobatikabteilung und Beisitzerin in der Turnabteilungsleitung sowie regelmäßiger Gast in dem Vereinsvorstand. Außerhalb der Trainingszeiten organisierte sie Kegelfahrten, Radtouren, Olympiarallyes, Spiel- und Übernachtungsaktionen, brachte sich mit ihren Gitarren-, Turn- und Akrobatikgruppen in die 100jährige sowie auch 125jährige Jubiläumsfeier des Vereins ein und organisierte verschiedene Reisen.

Es dauerte nicht lange, dass Margrit den Verein um einige Gruppen reicher machte. Sie steckte sehr viel Engagement, Optimismus und Idealismus in ihre Arbeit.

Sie organisierte im Team mehrere Sportgalas für die Turnabteilung sowie für den Gesamtverein in der Schöneberger Sporthalle und setzte die Idee um, ein Spenden-Varieté für die Jugendarbeit zu initiieren und durchzuführen.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sie zahlreichen Jugendlichen die Vorturner- sowie Gruppenhelfertätigkeit ermöglicht und diesbezüglich auch  vereinsinterne Lehrgänge gegeben.

Über Jahre hat sie das Vereinsprojekt „Sportcenter“ des TSV TM begleitet und fast bei allen Aktionen, wie zum Beispiel bei Spielfesten, internationalen Pfingstsportfesten, Tage der offenen Türen und ähnlichen Veranstaltungen hilfreich mitgewirkt.    jahrelang ist sie z.B. jeden Freitag nach dem Training (Ende 21.30 Uhr) zum Sportcenter des Vereins gefahren und hat für den nächsten Tag (die Kurse begannen Sonnabends um 9.00 Uhr) bis 2.00/2.30 Uhr nachts den gesamten Parcours alleine aufgebaut (einige Male habe ich sie dorthin begleitet und mir wurde das Ausmaß ihrer Leistung sehr bewusst).  … Unser Sportcenter war nur mit einer Weichturnmatte, einer Sprossenwand, einem großen Kasten und zwei Langbänken ausgerüstet. Ansonsten gab es nur Handgeräte. Da Margrit den Anspruch hatte, abwechslungsreiche und interessante Turnstunden zu gestalten, musste oftmals auch das Mobiliar des gesamten Sportcenters herhalten. Wir kamen oft in den Genuss, außergewöhnliche Geräteaufbauten oder Abenteuerlandschaften auszuprobieren.



Margrit hat im Laufe ihrer Vereinszugehörigkeit Volleyball-Mannschaften, Leichtathleten, Tischtennisspieler(innen), Tänzer(innen), Turner(innen) und Akrobaten trainiert. Besonders wichtig war ihr stets die Integration von verhaltensauffälligen Kindern.



In der Zeit ihrer Vereinsmitgliedschaft hat sie aktiv an verschiedenen Wettkämpfen, Meisterschaften, Turnieren teilgenommen sowie in Schauturngruppen mitgewirkt und mehrere Medaillen in Bronze, Silber und Gold erhalten. Im Schleuderballwerfen wurde sie mehrfache Berliner Meisterin und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaft. 


Doch im Vordergrund stand für Margrit nicht ihre eigene Leistung, sondern immer die Kinder- und Jugendarbeit im Verein.  , denn sie hatte von Anfang an den Wunsch und Gedanken gehegt, sich sehr intensiv dem Breitensport zu widmen sowie zu fördern und Kinder aus verschiedenen Schichten zusammen zu bringen. Somit entstand u.a. die TSV- Gitarrengruppe. Jeden Mittwoch und Sonnabend saß sie teilweise bis zu 8 Stunden bei sich zu Hause mit lernbegierigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in fröhlicher Runde. Der Mitgliedsbeitrag der Teilnehmer war eine Hand voller Halsbonbons (für die Stimmen), die in einem großen durchsichtigen Glas mitten auf dem Tisch platziert wurden. Wenn ein Mitstreiter keine Gitarre besaß oder sich keine leisten konnte, stellte das für Margrit auch kein Problem dar. Da die Nachfrage zunehmend mehr wurde, unterrichtete Margrit im Laufe der Zeit mehrere Gruppen.


Aber auch vereinsübergreifend hat sie sich im Sportgeschehen eingebracht, u.a. bei Eröffnungsfeiern als Teilnehmerin, bei der 1. TuJu-Rallye der Berliner Turnerjugend, bei den Berliner Landesturnfesten als Helferin und im Wettkampfgericht bei Deutschen Turnfesten oder Landesliga-Wettkämpfen im turnerischen Bereich. Sie hat auch vieles für andere Sportler oder Mannschaften entworfen, z.B. für T-Shirts, Plakate, Flyer, Programmhefte u.ä.

Das Emblem der Freizeitvolleyballer Berlin wird heute noch verwendet, obwohl sie es damals nach der Wende für das erste gemeinsame Ost-West-Turnier entworfen hat.



Die Anekdote, 1500 Werbezettel per Hand zu fertigen, um eine neue Gruppe für den Verein ins Leben zu rufen, finden wir heute noch bemerkenswert.