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Die Taekwondo - Lehre

Ziele des Taekwondo - Trainings

General Choi Hong Hi (9.11.1918 - 15.06.2002) gilt als der Begründer des modernen Taekwondo. In seinem Buch TAEKWON-DO beschreibt er die Lehre des Taekwondo (Taekwondo Jungshin) als die zu erreichenden Ziele auf physischer und mentaler Ebene bei der Ausübung des Taekwondo. Dabei sollen die fünf Grundsätze Anwendung finden: 

 

  1. Höflichkeit (YE UI)
  2. Integrität (YOM CHI)
  3. Durchhaltevermögen (IN NAE)
  4. Selbstdisziplin (GUK GI)
  5. Unbezwinglichkeit (BEAKJUL BOOLGOOL)


Erläuterung der Grundsätze:


Höflichkeit:
Schüler des Taekwondo sollten sich zusätzlich zur Etikette in folgenden Punkten üben :


- Sie sollten den Geist gegenseitiger Zugeständnisse fördern
- Sie sollten sich der eigenen Schwächen bewusst sein, ehe sie die Fehler anderer verachten
- Sie sollten höflich zueinander sein
- Sie sollten den Gerechtigkeitssinn fördern
- Sie sollten zwischen Lehrern und Schülern, zwischen erfahrenen und weniger erfahrenen Schülern einen Unterschied machen 


Integrität:
Im Sprachgebrauch des Taekwondo ist der Begriff der Integrität lockerer definiert als es in Websters Wörterbuch der Fall ist. Er bezeichnet die Fähigkeit, Recht und Unrecht unterscheiden zu können und genügend Gewissen zu haben, um sich schuldig zu fühlen, wenn man ein Unrecht begangen hat.


Durchhaltevermögen:
Ein Sprichwort aus dem fernen Osten besagt, dass „Geduld zur Tugend bzw. zu Verdienst führt“. „Man kann dadurch ein friedliches Heim schaffen, das man hundert Mal Geduld übt“. Ohne Zweifel hat es ein geduldiger Mensch leichter, zu Glück und Wohlstand zu kommen. Um irgendetwas zu erreichen, sei es eine höhere Stufe oder die Vervollkommnung einer bestimmten Technik, muss man sich ein Ziel setzten und dieses dann mit Beständigkeit anstreben.

 

Selbstdisziplin:
Dieser Grundsatz ist von außerordentlicher Bedeutung sowohl innerhalb wie auch außerhalb des Do Jang, ob es nun um einen Übungskampf (Sparring) oder persönliche Angelegenheiten geht. Der Verlust der eigenen Kontrolle kann sich beim Sparring verhängnisvoll für den Schüler und seinen Gegner auswirken. Die mangelnde Fähigkeit, im Rahmen des eigenen Könnens bzw. innerhalb der eigenen Grenzen zu Leben und zu Handeln, ist ebenfalls ein Beweis für fehlende Selbstdisziplin.

 

Unbezwinglichkeit:

„Hier liegen 300 die ihre Pflicht taten“ - was für eine schlichte Inschrift für eine der mutigsten Taten in der Geschichte der Menschheit. Angesichts der überlegenen Streitkräfte des Persischen Gottkönigs Xerxes demonstrierten Leonidas und seine 300 Spartaner an den Termophylen der ganzen Welt, was unbezwinglicher Kampfgeist bedeutet. Ein unbezwinglicher Kampfgeist findet immer dann seinen Ausdruck, wenn sich ein mutiger Mensch mit seinen Grundsätzen  überwältigenden Widerständen gegenüber sieht.

Ein ernsthafter Schüler des Taekwondo wird jederzeit bescheiden und ehrlich sein. Wenn er es mit Ungerechtigkeit zu tun hat, wird er der streitbaren Partei ohne Furcht und Zögern gegenüber treten. Er wird dabei ohne Ansehen der Person oder Anzahl der Gegner einen unbezwingbaren Kampfgeist an den Tag legen.


Die Bedeutung der 5 Grundsätze für den Alltag


In vielen Situationen im Leben eines jeden Menschen kann man ein oder gleich mehrere Grundsätze der Lehre des Taekwondo anwenden und durch deren Hilfe eine Lösung finden. Zum Beispiel ist es für ein friedliches Zusammenleben verschiedener Menschen wichtig, dass sich ein jeder Mensch im Grundsatz der Höflichkeit übt, denn so kann man unnötigen Streitereien aus dem Weg gehen und ein friedlicherer Umgang wird somit erreicht. Auch die Definition der Integrität ist im Alltag wichtig. Denn ohne die Fähigkeit zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden würde unser gesamtes Rechtssystem zusammenbrechen und der Korruption unterliegen.
Der nächste Grundsatz ist der Grundsatz des Durchhaltevermögens, wobei es sich nach der Definition eher um Geduld handelt. Geduld ist eine sehr wichtiges Tugend. Ein Sprichwort besagt:  „Was lange währt wird endlich gut“. Denn es gibt Dinge im Leben, die eine Gewisse Zeit der Reife benötigen um am Ende wirklich gut zu werden. Im Taekwondo und im Budosport allgemein kann es bedeuten, dass eine längere Zeit benötigt wird, um die nächsthöhere Stufe (Graduierung) zu erreichen.
Selbstdisziplin ist ein weiterer Grundsatz im Taekwondo. Es beschreibt die Fähigkeit seinen Körper und seinen Geist unter Kontrolle zu haben und sich nicht jeder Versuchung oder Laune hinzugeben. Dabei ist es wichtig, die erlernten Fähigkeiten nicht aufgrund einer Laune heraus sinnlos im Alltag einzusetzen. Dabei hilft die Selbstdisziplin um nicht in Rage zu geraten.
Der fünfte und letzte Grundsatz ist der Grundsatz der Unbezwinglichkeit. Er beschreibt die Fähigkeit nach einem kleinen Rückstoß oder einer schlechten Prognose nicht gleich aufzugeben, sondern sich „durchzubeißen“. Auf den Alltag bezogen könnte dies eine schwere Aufgabe im Beruf oder eine schwierige Arbeit in der Schule sein. Im Training beschreibt es das Nicht-Aufgeben während einer besonders schwierigen Aufgabe.